RCI schließt sich der Bundes- und Landesförderung der Leibniz-Gemeinschaft an und wird zum "Leibniz-Institut für Immuntherapie"

Neu verkündete Bundes- und Landesförderung für das Regensburger Zentrum eröffnet dem renommierten medizinischen Institut eine neue Ära der Spitzenforschung

Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern (GWK) hat in ihrer heutigen Sitzung beschlossen, das Regensburger Zentrum für Interventionelle Immunologie (RCI) als "Leibniz-Institut für Immuntherapie" in die gemeinsame Bund-Länder-Förderung der Leibniz-Gemeinschaft (WGL) aufzunehmen. Damit wird das Budget des RCI (derzeit 9 Millionen Euro pro Jahr) ab 1. Januar 2022 gemeinsam von Bund und Ländern finanziert. Damit kann das neu benannte "Leibniz-Institut für Immuntherapie" seine laufenden Forschungsanstrengungen zur Entwicklung neuer Immuntherapien zum Wohle vieler schwerkranker Menschen vertiefen und ausbauen.

"Damit können wir nicht nur internationale Spitzenforschung betreiben, sondern auch unsere Grundlagenforschung in neue Immuntherapien für bisher unheilbare Krankheiten wie Krebs, Autoimmunerkrankungen und chronische Entzündungen umsetzen", sagt RCI-Direktor Prof. Philipp Beckhove.

Die langfristige Förderung durch den Freistaat bestätigt die langjährige Stellung und Reputation Regensburgs in der Region und wird sich positiv auf die Wirtschaft der Oberpfalz auswirken, so der bayerische Wissenschaftsminister Bernd Sibler.

"Dieser große Erfolg zeigt das enorme wissenschaftliche und wirtschaftliche Potenzial des Hightech-Standortes Bayern für die Immunmedizin", so Minister Sibler, dessen Ministerium das RCI seit seiner Gründung im Jahr 2010 maßgeblich unterstützt und gefördert hat. "Es zeigt sich einmal mehr, dass die langfristige Strategie der Bayerischen Staatsregierung, gemeinsam geförderte Spitzenforschung in allen Teilen des Freistaats anzusiedeln, erfolgreich ist. Die strategische Positionierung und langfristige finanzielle Förderung von zukunftsträchtigen Standorten ist ein Erfolgsmerkmal bayerischer Wissenschaftspolitik, das nun in Regensburg erneut hervorragende Früchte trägt. Darüber freue ich mich sehr."

Förderung durch den Freistaat eröffnet neue Perspektiven

 "Der Freistaat Bayern hat mit erheblicher finanzieller Unterstützung, zuletzt durch zusätzliche Mittel im Rahmen der High-Tech-Agenda, einen wesentlichen Beitrag zur Schaffung einer hochmodernen, erstklassigen Infrastruktur geleistet. Der Aufstieg des RCI an die Spitze der deutschen Eliteforschungseinrichtungen zeigt, dass sich unser finanzielles Engagement bestens bewährt hat", so Finanz- und Heimatminister Albert Füracker.

Hervorgegangen aus der Universität Regensburg, ist das RCI seit 2019 eigenständig. Prof. Udo Hebel, Präsident der Universität Regensburg, unterstreicht die Bedeutung der aktuellen Entscheidung: "Das RCI betreibt Forschung und Medikamentenentwicklung im Rahmen der drei medizinischen Forschungsschwerpunkte der Universität: Immunologie, Onkologie und Transplantationsmedizin. Für die Universität ist die Aufnahme des RCI in die gemeinsame Forschungsförderung von Bund und Ländern ein Meilenstein auf dem Weg zu einem Kompetenzzentrum für Immunologie in Deutschland und weltweit."

 

Darüber hinaus setzt das RCI den von der Staatsregierung stark geförderten Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Gesellschaft bereits in nahezu idealer Weise um: Das Institut hat bereits zwei Firmengründungen ermöglicht.

Diesen Effekt hob auch die Regensburger Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer mit Blick auf die Tatsache, dass das Institut für Ost- und Südosteuropaforschung (IOS) bereits zum erlesenen Kreis der Leibniz-Gemeinschaft gehört, besonders hervor. "Die heutige Entscheidung der GWK stärkt nicht nur unseren Wissenschaftsstandort, sondern macht Regensburg auch noch attraktiver für exzellent ausgebildete Menschen aus aller Welt."

 

Vorstoß in neue Sphären der Krebsbehandlung

Der Trend, führende Experten aus den renommiertesten Forschungseinrichtungen weltweit für das RCI zu gewinnen, soll fortgesetzt werden. Biologen, Biochemiker und Mediziner entwickeln auf dem Campus des Universitätsklinikums Regensburg Methoden, mit denen sich menschliche Immunzellen genetisch verändern lassen. Damit könnte die Krebsbehandlung in neue Dimensionen vorstoßen: Spricht zum Beispiel ein Krebspatient mit einem fortgeschrittenen Tumor nicht mehr auf herkömmliche Therapien an, sollen genetisch "getunte" Immunzellen des Körpers dazu gebracht werden, "einen intelligenten Wirkstoffcocktail" freizusetzen, erklärt Prof. Beckhove. Erste Belege für die beeindruckende Wirksamkeit des Ansatzes gebe es bereits. "Das Immunsystem des Erkrankten wird dazu gebracht, den Tumor selbst zu zerstören."

 

Zur Erfüllung seiner Aufgabe setzt das RCI auf die besondere Nähe zur Patientenversorgung, um eine schnelle Umsetzung neuer Wissenschaft in innovative Therapien zu ermöglichen und umgekehrt Erkenntnisse aus der Behandlung von Patienten in die Forschungsarbeit zurückfließen zu lassen. "Das RCI ist ein wichtiger Partner für die kontinuierliche Weiterentwicklung der Spitzenmedizin am Universitätsklinikum. Die hier entwickelten neuen Immuntherapien werden in klinischen Studien am Universitätsklinikum Regensburg eingesetzt, was den Patienten in der Region die Möglichkeit gibt, frühzeitig Zugang zu diesen hochmodernen Medikamenten zu erhalten", sagt der Ärztliche Direktor des UKR, Professor Oliver Kölbl.

 

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