III-2. Immuntherapie rheumatoider Arthritis|Prof. Dr. Rainer H. Straub

Die rheumatoide Arthritis ist eine autoimmune, chronisch entzündliche Systemerkrankung vorwiegend der Gelenke und angrenzenden Strukturen. Die Autoaggression des Immunsystems wird bei dieser Krankheit bereits Jahre vor dem Ausbruch beobachtet. Dieser Sachverhalt spricht für eine starke endogene Kontrolle der Autoimmunität, wie sie zum Beispiel durch regulatorische T‑Zellen oder B-Zellen erreicht wird. Mit dem Ausbruch der Krankheit scheint die regulatorische Funktion dieser Zellen weitgehend aufgehoben zu sein. Von vielen Seiten wurde daher eine Therapie zum Beispiel mit autologen regulatorischen T-Zellen vorgeschlagen, um die Entzündung zu stoppen oder die Krankheit in Schach zu halten

Nun hat sich eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe zusammengefunden, die bei diesen Patienten eine Therapie mit regulatorischen T-Zellen durchführen will (Profs. Beckhove, Edinger, Fleck, Straub aus der Universität Regensburg, Profs. Hiepe und Radbruch von der Charité bzw. vom Leibniz-Institut des Deutschen Rheuma-Forschungszentrums Berlin und Prof. Schett aus der Medizinische Klinik 3:Rheumatologie und Immunologie der Universität Erlangen). Es wird zurzeit eine Phase IIb – Studie aufgelegt, bei der Patienten mit rheumatoider Arthritis nach erfolgreicher Standardtherapie zur Aufrechterhaltung der Symptomfreiheit eine Therapie mit regulatorischen T‑Zellen erhalten. Nach dem derzeitigen Kenntnisstand wird diese Therapie mit regulatorischen T-Zellen weltweit zum ersten mal in Regensburg durchgeführt. Ausgesprochen wertvoll ist dabei die Möglichkeit der Herstellung regulatorischer T-Zellen des Patienten am José-Carreras-Zentrum im Sinne der individualisierten Zelltherapie. Wir gehen davon aus, dass die Studie zum Ende des Jahres 2017 gestartet werden kann, und mit ersten Ergebnissen wird im Jahr 2019 gerechnet.

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